Vergangene Zeiten leben auf!

Diese alten Bilder erzählen Geschichte. Und zwar die Vereinsgeschichte des TC 21 Nordwalde, der vor 98 Jahren als erster Tennisclub im Kreis Steinfurt gegründet wurde. Damit darf sich der Nordwalder Tennisclub als ältester Tennisclub im Kreis Steinfurt bezeichnen.

Beim Betrachten der vereinseigenen Chronik, die liebevoll und bildreich von Inge Fraling anlässlich des 60. Geburtstages im Jahr 1981 erstellt wurde, fühlt man sich zurückgesetzt in längst vergangene Zeiten. Diese Chronik zeigt bildreich die Anfänge und den weiteren Werdegang des Vereins mit vielen sportlichen Erfolgen, gesellschaftlichen Ereignissen, Festlichkeiten, Verbundenheiten mit anderen Vereinen und lässt die Energie und das Engagement der Vereinsmitglieder erahnen, die diesen Club in die Gegenwart getragen haben.

Bereits vor der offiziellen Gründung im Jahr 1921 wurde in Nordwalde Tennis gespielt. Insbesondere in den Jahren 1905 bis 1908 gab es erste Vorläufer. In der Chronik ist dazu nachzulesen, dass sich„ein kleiner Kreis nach Geselligkeit und Spiel strebender Bürger aus den Familien Fraling, Mummenhoff, Cohausz, Daniel, Spilker, Schulze-Darup, Kuhlmann und Wulf trafen, um sich im Garten der Familie Spilker, eines Bauunternehmers aus Münster stammend, an dem gerade aus England importierten Tennis-Spiel zu erfreuen.“

Weiter kann man lesen: „1914 brach der Krieg aus, so dass jeglicher Sportbetrieb zum Erliegen kam. Aus dem ehemaligen Tennisplatz wurde ein Hühnerhof. 1921 setzten sich einige sportbegeisterte Herren zusammen, um dem inzwischen an Auftrieb gewonnenen Ballspiel durch Gründung eines Clubs auf breiter Grundlage in Nordwalde eine Heimstatt zu geben. Es waren dies insbesondere die Herren Jos. Cohausz, Ludwig Fraling, Richard Mummenhoff, Ludwig Wattendorff, Robert Kaldeweg und Bernard Kalhoff. Das Vereinslokal war das Hotel „Zur Post“ in deren hinteren Saal die Vereinsgründung vollzogen wurde. Als Spielplatz stellte die Fa. Fraling den unteren nach Süden gelegenen Teil des firmeneigenen Wäldchens, Mummenhoffs Busch genannt, zur Verfügung. Gleise wurden zur Beförderung der roten Asche mit Loren durch den Busch verlegt.“
Schön zu lesen ist auch „ Ein besonderes Problem war jeweils zum Wochenende das Herrichten des Platzes, d.h. Freiwillige zu finden, die den mehr oder weniger starken Laubanfall beseitigten und Linien mit gelöschtem Kalk zwischen langen Latten zogen, während sich die Damen vorwiegend als Graszupferinnen betätigten (schön zu lesen, dass dieses Problem nicht nur heute die Gemüter der Vereinsmitglieder bewegt) Diese Zeilen stammen aus den Jahren 1933 bis 1949!

So steht weiter geschrieben: „ von den damaligen Spielern tat bald Josef Bücker als das überragende Talent hervor. Vor allem nach dem Kriege sah man noch auf der alten Platzanlage mitreißende Duelle zwischen ihm und z.B. Stephan Bernad und Harro Pieper.“ Und aus der Zeit nach dem Krieg weiß man zu berichten: „Nach dem 2. Weltkrieg kam das Spielgeschehen nur langsam wieder in Gang. Viele Spieler kehrten erst spät aus der Gefangenschaft zurück. Der Platz in „Mummenhoffs Büschken“ war in miserablem Zustand. Aber schon 1947 wurde unter tatkräftigem Einsatz von Ludwig Wattendorff mit Unterstützung von Bernhard Cohausz und der Firma Fraling in Form von Kungelware ein Neubeginn gestartet. In Gemeinschaftsarbeit ging es vor allem an die Erstellung einer neuen Decke. „Der dritte Zeitabschnitt (1951 – 1981) in der Geschichte des TC21 Nordwalde wird durch bauliche Ausweitung und sportliche Erfolge gekennzeichnet. Trotzdem ging über lange Zeit das eigentümlich private Klima der Clubgemeinschaft nicht verloren. Viel Gemeinschaftsgeist wurde entwickelt beim Fertigstellen der Platzanlagen im Frühjahr, beim Ausbau des Tennishauses und später bei der Bewirtschaftung am Wochenende“, weiß die Chronik zu berichten. Nachdem nun der Spielbetrieb auf dem Platz im „Mummenhoffs Büschken“ wieder aufgenommen war, begann auch gleich der Aufbau eine Damen- und Herrenturniermannschaft. Schon bald wurden Freundschaftsspiele gegen Clubs aus Rheine, Münster, Ochtrup, Greven, Emsdetten u.a. ausgetragen. Später erweiterte sich der Kreis auf Dorsten, Borken, Bochholt, Marl. Ibbenbüren, Lengerich und Gronau. Das erste gesellschaftliche Ereignis nach dem Krieg fand am 23.9.1949 statt. Die honore und elegante Gesellschaft war so zahlreich gekommen, dass der Saal Kordt kaum Platz für alle Gäste bot.

Schon 1951 gelang es dem Verein durch Anpachtung eines Geländes von der Familie Drüen zwei neue Plätze zu erstellen. Diese von der Fa. Bücker un der Fa. Becker erbauten Plätze ließen nun einen regeren Spielbetrieb zu. Im Jahre 1956 begann nach Planung von F. Bücker und Architekt Prof. Deilmann dann der Bau eines Clubhauses. Umkleidemöglichkeit bestand bis dahin im nachbarlichen Gasthof Drüen. Eigenleistung und Spenden der Clubmitglieder sowie die hilfreiche Unterstützung der Firmen Fraling und Wattendorf ermöglichten die Herstellung.

Die Einweihung erfolgte am 11.5.1957. In den Nachkriegsjahren und den 50er Jahren fand der Club in Seppl Kuhlmann (1947 – 1953) und H. Wattendorff (1953 – 1963) Persönlichkeiten, die den Club als Vorsitzende in der schwierigen Phase des Nauaufbaus, glänzend geführt haben.
Auf sportlichem Gebiet war ja unser Josef Bücker der überragende Spieler. Seine Vorhand und die Kanonen-Schmetterbälle waren in weitem Raum bekannt. (…) Sein großer Erfolg war 1951 die Stadtmeisterschaft in Münster.

Die 60er Jahre brachten dem Club eine weitere kontinuierliche Entwicklung. Die Mitgliederzahlen stiegen stetig. Die Jungend drängte nach vorne in der Anzahl und der Qualität ihres spielerischen Talentes. Es begann die Ära de Nachwuchs: Margret Wiese, Doris Bücker, Rainer Wilpsbäumer, Ötte Wiese, H.H. Brües, Gebr. Penitsch, Wilfried Bücker und Harry Tenhagen. Im Jahre 1963 übernahm K.-L. Fraling den Vorsitz und übte dieses Amt bis zu seinem Tode im Jahr 1978 aus.